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Mietautos im Ausland – das sollten Sie wissen

25 Sep , 2014,
admin
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Mietwagen-Tipps, damit es keinen Ärger gibt

Der Urlaub war toll, und mit einem Mietwagen auch ganz individuell. Viel erlebt, viel gesehen, die ganze Region erkundet. Doch der Katzenjammer kann noch folgen: eine ungeahnte Rechnung des Vermieters. Doch es gibt Tipps und Tricks, Ärger zu vermeiden.

Mietwagenhalle in Frankfurt
Von Fabian von Poser
Deutschland: Frankfurt – Flughafen
Foto: dpa

Trotz attraktiver Pauschalangebote und organisierter Ausflüge ist der Trend ungebrochen, Land und Leute mit einem eigenen angemieteten Fahrzeug zu erkunden oder mit einem Jeep auf Abenteuerfahrt zu gehen. Um sich Ärger mit einem Mietwagen im Ausland zu ersparen, sollten Urlauber das Fahrzeug vor der Anmietung gründlich überprüfen. Denn immer häufiger klagen Urlauber über Abzocke des Autovermieters.

Gunhild Hinkelmann beispielsweise hatte eine Woche Finca-Ferien auf Mallorca gebucht und dazu im Internet einen Mietwagen bei Avis. Nach der Urlaubszeit stellte die Deutsche das unversehrte Auto um sieben Uhr morgens am Flughafen ab und warf den Schlüssel in den Briefkasten des Mietwagenunternehmens ein, da das Büro zu dieser Zeit noch nicht besetzt war. Wieder zuhause erhielt sie ihre Kreditkartenabrechnung und stellte fest, dass der Autovermieter 590 Euro wegen eines angeblichen Schadens abgebucht hatte.

Auf Nachfrage bei Avis verwies man sie zunächst an die Niederlassung in Spanien mit dem Hinweis, es sei ein Schaden am Auto gefunden worden. Zwei Monate später erhielt Hinkelmann ein Schreiben mit der Information, dass man ihr den Selbstbehalt von 495 Euro plus fast 100 Euro Steuern und Gebühren berechnet habe. Der tatsächliche Schaden betrage 240 Euro, die Differenz werde ihr demnächst erstattet. Als Beleg für den Schaden lag ein handschriftliches Unfallprotokoll auf Spanisch bei mit dem Vermerk „verbeulter Kotflügel“ sowie die Rechnung einer Avis-internen Werkstatt.

Der Schlüsseleinwurf bei Wagenrückgabe ist bequem, aber…

Zwar kann man den Vermietern nicht immer Vorsatz unterstellen, doch lädt man die Anbieter gerade bei frühmorgendlicher oder sehr später Abgabe des Wagens regelrecht dazu ein, Schäden abzurechnen, die man gar nicht verursacht hat. „Die erleichterte Rückgabe per Schlüsseleinwurf ist sehr charmant“, bestätigt Ernst Führich, Professor für Reiserecht an der Fachhochschule Kempten. „Nach hiesigem Recht trägt jedoch der Mieter die Beweislast, dass er den Wagen heil zurückgegeben hat.“ Und das zu belegen sei gerade in Fällen wie dem von Gunhild Hinkelmann sehr schwierig. Worauf Sie achten sollten:

Wer auf Nummer sicher gehen will, dem rät der Reiserechtler, das Mietauto gleich mit dem Pauschalpaket mit Flug und Hotel zu buchen. „Dann trägt nämlich der Veranstalter die Beweislast.“ Auch wer seinen Wagen direkt bei einer Verleihfirma bucht, kann sich mit ein paar einfachen Tricks gegen Missbrauch schützen.

Das Europäische Verbraucherzentrum empfiehlt zum Beispiel, die Reise so zu buchen, dass der Abflug während der üblichen Ladenöffnungszeiten stattfindet. Außerdem solle der Mieter das Fahrzeug bei der Übernahme genau unter die Lupe nehmen und beispielsweise auf Kratzer im Lack und Beschädigungen im Innenraum überprüfen. Auch Risse in der Windschutzscheibe könnten zu Ärger führen.

Fahrzeugzustand unbedingt schriftlich festhalten

Etwaige Schäden sollten auf jeden Fall im Übernahmeprotokoll festgehalten werden. Auch bei der Rückgabe des Wagens sei eine Überprüfung des Fahrzeugzustandes im Beisein eines Mitarbeiters der Autovermietung unerlässlich, so die Verbraucherschützer. Die Mängelfreiheit solle sich der Mieter unbedingt schriftlich bestätigen lassen.

Lasse sich die Abgabe nicht während der Öffnungszeiten arrangieren, sei es sinnvoll, einen Mitreisenden als Zeugen zu beauftragen, der den einwandfreien Zustand des Wagens bestätigen kann, so das Europäische Verbraucherzentrum. Wer alleine reise und keine Zeugen habe, der könne am Abstellort auch einige Fotos vom Auto machen. Allerdings würden diese von Gerichten nicht immer anerkannt.

Eine häufige Quelle für Ärger ist auch der Tank: Ist der Wagen bei Übernahme voll getankt, dann sollte man ihn auch bei der Rückgabe voll getankt abgeben – außer der Autovermieter verlangt etwas anderes oder das Benzin ist im Preis inklusive. Das Europäische Verbraucherzentrum rät deshalb dringend dazu, das Tanken vor der Abgabe selbst zu übernehmen und die Rechnung aufzuheben. „Denn lässt man den Vermieter voll tanken und die Nachtankgebühr über die Kreditkarte abrechnen, kommt einen das Benzin meist sehr viel teurer“, so die Verbraucherschützer.

Quelle https://www.welt.de/reise/urlaubsplanung/article977113/Mietwagen-Tipps-damit-es-keinen-Aerger-gibt.html